2/01/2006
von Alex
Ein freier Tag, selbst wenn man “nur” sieben Tage dreht, ist nicht verkehrt. Das kleine bisschen Abstand vom Stress eines Filmsets tut enorm gut, und so ist es kaum verwunderlich, dass ich den freien Tag letzten Endes weit weniger zum Vorbereiten als zum Entspannen nutzte. Wir beginnen wieder am Anfang des Films, gleich mit Szene Eins und erzählen die Geschichte erneut aus Tines Sicht. Um Sieben sind die Ersten am Set, denn für den Wechsel in Tines Zimmer muss noch das Gerüst für die HMIs [?], das vor Pauls Fenster steht, umgebaut werden. Und irgendwie lässt sich noch nicht genau abschätzen, wieviel Zeit das in Anspruch nehmen wird. Natürlich länger als vorgesehen. War ja klar.
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Obendrein beginnt der Tag dummerweise mit einer vertrackten Kamerafahrt, die gleich mal mit zehn Takes und fast dem ganzen Vormittag zu Buche schlägt. So hatte ich mir die letzten drei Drehtage wirklich nicht vorgestellt. Durch unser Bildkonzept, Tines Szenen in strenger komponierten Bildern und möglichst ohne (zumindest spürbare) Handkamera einzufangen, machen sich auch die längeren Umbauzeiten für Stativ, Dolly [?], etc. bemerkbar. Am Abend des fünften Tages sind wir mal wieder deutlich über den geplanten Drehschluss hinausgeschossen, sind aber drehbuchtechnisch nicht einmal bis zur ersten Schlüsselszene mit Videokamera vorgedrungen –- stünde aber eigentlich auf dem Drehplan.
Es gibt erste Überlegungen, ob der Rest des Films überhaupt bis einschließlich übermorgen zu schaffen ist. Gerriet und ich diskutieren die Möglichkeit, einen halben achten Tag dranzuhängen, sind uns aber im Klaren, dass dieser von der Willigkeit des Teams und der zeitlichen Flexibilität unserer Hauptdarstellerin abhängig ist. Und dann gibt es da noch immer die letzte Szene des Films, die wir vom Samstag nachholen müssen, für die wir aber weiterhin keine geeignete Außenlocation haben. Wir behalten das ganze erstmal für uns, und beschließen dennoch, für heute ist Schicht im Schacht. Es ist gerade mal eine gute Stunde nach anvisiertem Drehschluss – so nah waren wir noch nie
Darauf trinken wir erstmal ein Drehschlussbier, bevor ich zuhause meine Auflösung für die Szenen 12ff. über den Haufen werfe. Ich reduziere die Sequenz, in der Tine erstmals über die Videokamera “Kontakt aufnimmt” auf zwei Einstellung [?], die auch noch zeitgleich von zwei Kameras eingefangen werden. Irgendwie muss das vom Tisch, ohne dass es uns am Drehtag morgen völlig aus dem Ruder wirft.
Frohes Neues übrigens.
Thema: Aktuelles | Dreharbeiten
2/01/2006 @ 22:56 h