14/01/2006
von Matthias G.
Ihr habt es wahrscheinlich schon gelesen, eines der Zauberwörter für alle Kameramänner: Steadycam! [?] Seit Mitte Dezember hatte ich die entsprechende Ausrüstung daheim bereit liegen und habe mir den Umgang damit beigebracht. Nach kurzer Eingewöhnungsphase klappten ruhige Fahrten schon ganz gut, allerdings ist das Gewicht nach einiger Zeit schon zu spüren und manche Muskeln schmerzen dann schon. Aber wie das beiliegende Unterrichts-Video in schönem Erzählton immer wieder predigt, sei der Umgang mit der Steadycam wie “das Fahrrad fahren” und “Übung macht den Meister”. Sag’ das mal meinem Rücken!
Es war auch nötig die Ausrüstung zu modifizieren und unserer Kamera anzupassen. So musste ein kleiner externer Monitor zur Bildkontrolle angebracht werden. Wie üblich dient der Monitor auch als Gegengewicht zur Kamera, leider treibt dieser das Gesamtgewicht weiter in die Höhe, und dafür ist der Steady-Arm, der die Körperbewegungen wie ein Stoßdämpfer ausgleicht, nicht der richtige. Die integrierte Feder ist nicht stark genug. Somit musste ich hier noch ein paar Spanngummis zur Verstärkung anbauen, um die Kamera überhaupt ruhig und leichtgängig schweben zu lassen.
Exkurs: Zehn von diesen roten Gummis - allseits bekannt für Einweckgläser - kosten 1 Euro 20 Cents, die vom Hersteller vertriebene neue Extra-Feder über 200 Dollar (ohne Einbau)! Filme machen ist immer wieder Improvisation und kosten soll’s auch nichts!
Das Endprodukt im Film ist sehenswert, auch wenn es doch weniger Einstellungen wurden als geplant. Auf diesem Wege bedanke ich mich auch recht herzlich bei Hans-Bernd Weinand für die Leihgabe der Steadycam und bei Moritz Weigl für den kleinen Monitor.
Thema: Dreharbeiten | Bildgestaltung
14/01/2006 @ 00:42 h